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Warum Trauungen das kosten was sie kosten

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, schon einmal deshalb weil es zwei verschiedene Sichtweisen gibt, die aus der Position des Brautpaares und zum anderen aus der Position des Trauredners bzw. der Traurednerin.

Ja, Hochzeit kann ganz schön teuer werden. Hier eine Anzahlung von 200€, dort 500€ und woanders noch vielmehr. Die Endrechnung will man eigentlich schon gar nicht mehr wissen, obwohl.. ein Budget gibt es ja, aber reicht das? Es muss reichen. Aber man heiratet ja schließlich nur ein einziges Mal (so der Wunsch)... aber naja, irgendwie wäre es nicht schlecht irgendwo etwas einzusparen, nur wo?

 

In diesem Artikel geht es ja erstmal um FREIE TRAUUNGEN  und ob es gerechtfertigt ist, diese so teuer zu bezahlen.... hm, ohne Schluckauf zu bekommen, also: Leistet euch das was Ihr euch leisten wollt (bzw. leisten könnt).   Die Antwort stimmt euch nicht zufrieden?

 

Grundsätzliches

Ich hole mal etwas aus: Grundsatz Nummer Eins: Der Redner/die Rednerin sollte euch sympathisch sein.  Aber: Sympathisch sind wir Redner eigentlich alle!  Wie sieht es mit den Leistungen des/der Redners/Rednerin aus? Antwort: Nimmt sich meistens nicht viel. Fähigkeit der Redner? Das ist ein anderes Kapitel und leider, leider nicht sofort erkennbar. Redner reden meistens gut und viel und wie bereits erwähnt, nicht ohne Sympathie. Also entscheidet Ihr euch für die sympathische und coole Rednerin (oder Redner), die totale Anfängerin ist. Und so kann es passieren, dass Ihr ein Haufen Geld für keine gute Leistung bezahlen müsst.  Es kann aber auch umgekehrt sein: Ihr zahlt wesentlich weniger für eine/n Topp-Redner/In. Was das Schlimme oder Gute daran ist? Dass Ihr das erst erkennt wenn Ihr den Vertrag unterschrieben habt bzw. Ihr euer erstes richtiges "Arbeits-Brautpaar-Gespräch" haben werdet und eure Trauung mit eurer Geschichte endlich stattfindet. Erst dann und wirklich sehr oft erst dann,  wisst Ihr ob es sich gelohnt hat, eure/n Redner/In  zu buchen.

 

Zurück zum Thema, warum FREIE TRAUUNGEN soviel kosten:

Nein es ist nicht so dass man für eine Rede schreiben und vorlesen, jeweils eine Stunde braucht und damit ist die gesamte Trauung bereits vorbereitet und das wars dann auch schon und somit bei vielen angehenden Brautpaaren die Frage auftaucht: Ja haben die einen Stundenlohn von 300€? Nein haben sie nicht bzw. ist mir nicht bekannt. Die Vorbereitung eurer Trauung ist wirklich verdammt viel Arbeit, die man so nicht sieht.

 

Zugegeben, es ist etwas kompliziert: Weil es Redner gibt, die (ich nehme an die allermeisten) ihren Job so ganz nebenbei machen und andere hauptberuflich, wie ich zum Beispiel. Was können  Brautpaare dafür, dass ich davon leben muss?  Somit müssten zwei verschieden Preisgefüge her: Für die "Nebenbei" und für die "Hauptberufler", was nicht unbedingt heißt, dass diejenigen, die das nebenbei machen, weniger verdienen wollen. Okay, dieses Argument ist euch auch egal.

 

Eine kleine einfache Rechnung

Also ziehe ich das mal ganz pragmatisch auf:

Meine Leistungen ganz, ganz grob und wieviel Zeit ich dafür (im Durchschnitt natürlich) pro Brautpaar brauche:

 

  • Erstgespräch zum Kennenlernen/ weitere ein bis 3 persönliche Gespräche: 7 Stunden
  • Telefonate/E-Mail-Kommunikation/Sichtung der Informationen: 7 Stunden
  • Schreiben der Rede: 8 Stunden
  • Trauung inkl. Präsenz vor der Trauung: 2 Stunden

Die An- und Rückfahrt  zu den einzelnen Gesprächen und zur Trauung habe ich dabei noch nicht berücksichtigt, ebenso auch nicht Werbung und Marketing, aber da mache ich eh nicht so super viel.

 

Auch wenn euch diese Aufzählung mit dem Arbeitsaufwand nicht wirklich interessiert und einige meiner lieben Kolleginnen schon zich mal darüber geschrieben haben, ich denke, Ihr solltet schon darüber informiert sein, dass das so ist wie es ist. Also ca. 24 Stunden pro Paar. Hättet Ihr das gedacht? Und manchmal braucht man auch 30 Stunden und es kann auch vorkommen, dass man für ein Brautpaar "nur" 20 Stunden braucht, was eher selten vorkommt.

 

Die Nebenkosten eines Redners

Meine Kolleginnen/Kollegen beziehen noch gern die Kosten und Zeit  für Werbung und Marketing mit ein (ich selbst bin da eher sparsam) oder Kosten für Krankenkasse, Auto und andere Versicherungen bzw. Nebenkosten. Das kann, aber muss nicht jeder Trauredner einkalkulieren.

 

Es gibt noch ein Argument warum Trauungen so teuer sind und leider aber auch verschwiegen wird: Redner möchten gebucht werden, logisch....  und so gehen einige Redner mit einigen Locationsinhabern (oder umgekehrt) einen Kooperationsvertrag ein, was natürlich zur Folge hat, dass eine Provison gezahlt wird, die auf die Brautpaare umgelegt wird. Die Locationsbetreiber argumentieren damit, dass sie nur mit den besten Rednern zusammenarbeiten würden. Viele Brautpaare glauben das und zahlen einen hohen Preis dafür. Jedes Brautpaar sollte sich ihren Redner/ihre Rednerin eigentlich selbst aussuchen. Das ist eine Vertrauenssache und nicht Sache der Location. Allein hier könntet Ihr mitunter zwischen 300 und 500€ sparen und das ist nicht übertrieben.

 

Die Nebenkosten der Redner sollten ebenfalls kein Argument für hohe Traurednerkosten sein. Eine alleinerziehende Mutter kann von ihrem Chef bzw. von ihren Kunden auch nicht mehr Geld verlangen, weil ihre Miete wiedermal gestiegen ist.  Ganz schlimm finde ich deshalb das Argument der Trauredner, dass man  nur (oder nicht einmal) den Mindestlohn bekommt.  Das ist Jammern auf hohem Niveau.

 

Der emotionale Wert einer Trauung

Also kann letzten Endes nur noch eure eigene Betrachtung, liebe Brautpaare, sein:  Was ist euch die Trauung wert?  1990€ oder gar 10 000€? Das höre ich gern. Nein, natürlich werde ich das nicht fordern, weil ich weiß, dass ich das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bekommen werde und ganz, ganz ehrlich,  da hätte ich ein ganz schlechtes Gewissen. Oder nur 300€? Nein, das geht natürlich auch nicht, für mich zumindest.

 

Ja und nun kommen wir (hoffentlich und endlich) zum Kern: Den emotionalen Wert könnt Ihr nicht kaufen, auch wenn Trauredner/Innen emotionale Eindrücke schaffen, die ein Leben lang bleiben (wäre ja schön und ist auch unser Ziel)  und somit müsste eine Trauung ja eigentlich dann doch einen ziemlich hohen Preis haben bzw. unbezahlbar sein. Aber einen Preis muss eine Trauung haben, denn Ihr wollt eine Dienstleistung kaufen und das seht Ihr als Brautpaar ja auch ein. Vielleicht denkt Ihr aber auch, dass TEUER  auch  GUT sein muss? Diese Gedanken dürft Ihr für euch allein behalten, vor allem auch schon deshalb weil der Markt der Trauredner beständig wächst und wächst und Ihr dadurch das Glück (hoffentlich kein Pech) bekommen könntet, einen absoluten Anfänger zu bekommen. (hatte ich ja oben bereits erwähnt)

 

Oder: Der Markt bereinigt sich selbst? Die besten Redner bleiben und die schlechten gehen? Glaub ich so nicht. Diese Betrachtung passt für einen Frisör, aber nicht für den Rednermarkt, denn ein Frisör kann von einem Kunden öfter aufgesucht werden, wenn der Kunde zufrieden ist. Ein freier Redner dagegen wird (zu 99,99%) nur ein einziges Mal gebucht, egal ob er zufrieden ist oder nicht.

 

Resumee: Jedes Brautpaar wird eine Entscheidung treffen, für teuer oder weniger teuer. Der Preis sagt über das Können und die Leistung einer Trauung NICHTS aus.

 

 

 

 

 

 

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